Das Lager "Camp Liberty" der sog. Volksmudschahedin (im Iran Monafeghin genannt) in der Nähe von Bagdad ist am Donnerstagnachmittag zum Ziel eines Raketenangriffs geworden. Dabei wurden mindestens zwei Mitglieder der Volksmudschahedin getötet und mehrere verletzt. Dies war der vierte Angriff auf ihr Lager in den vergangenen zwölf Monaten.
Nach Protesten seitens der Bürger und der Regierung Iraks gegen den weiteren Aufenthalt dieser Terroristengruppe im Lager "Ashraf" in der ostirakischen Provinz Diala wurde 2011 mit der UN vereinbart, dass 3000 Mitglieder zur Vorbereitung ihrer Abschiebung provisorisch auf dem ehemaligen US-Militärstützpunkt "Liberty" untergebracht werden sollten. Weil kaum ein Land bereit war, Terroristen aufzunehmen, zieht sich der Abschiebungsprozess nun schon über Jahre hin. Schließlich wurden für einige hundert von ihnen Aufnahmeländer gefunden, darunter auch Deutschland.Irakische Bürger und die Regierung fordern weiterhin, die Abschiebung auch der noch im Land verbliebenen Terroristen zu beschleunigen. Mit dem Raketenangriff soll diesem Begehren offenbar Nachdruck verliehen werden.
Die Volksmudschahedin (Monafeghin) wurden als Gegner der iranischen Regierung während des Iran-Irak-Krieges (1980-1988) von Saddam Hussein mit offenen Armen als Verbündete empfangen. Auf einem Gelände nordöstlich von Bagdad errichteten sie ihr "Camp Ashraf" als Stützpunkt für Anschläge und Sabotageakte im Iran.
Zu ihren Verbrechen zählen unter anderem das Bombenattentat auf das Büro der Islamischen Republik-Partei (1981), Mord- und Sabotageakte in Kooperation mit dem gestürzten Saddam-Regime während des achtjährigen Krieges gegen den Iran (1980 – 1988), Terrorakte in verschiedenen Regionen Irans, und in jüngster Zeit die Ermordung iranischer Nuklearwissenschaftler.